Offizielles F1 Reglement der F.i.A.
(auszugsweise)
Eins ganz kurz vorneweg:
Ich erspare Euch hier das dusselige Gesülze von Regeln, die jeder, der sich nur nebenbei mit der Formel 1 befasst, schon rückwärts im Schlaf aufsagen kann.
Jeder weiß, wozu die blaue, gelbe rote oder wie-auch-immer Flagge da ist.
Ja, und niemand, der jetzt diese Zeilen liest, muß Angst haben, daß er gleich erklärt bekommt, warum die Autos beim Einfahren in die Startaufstellung so lange auf der einen Seite bleiben, oder daß das Rennen erst losgeht, wenn alle roten Lampen aus sind.
Außer vielleicht, Heiko Blaßer*, Christina Daner* oder Florian Köhnig* tragen sich ins Gästebuch ein.
*Name vom Webmaster geändert
Änderungen 2002
Hier werde ich stets die aktuellsten Änderungen (soweit sie nicht an mir vorbeigehen ;-) verdeutlichen. Bis jetzt werden diese Informationen eher spärlich gesäät, deshalb hier erstmal das, was bekannt ist:
Gelbe Flaggen: Bisher gab es viele Unstimmigkeiten in Sachen gelbe Flaggen:
Sollte es wider erwarten jemanden geben, dem nicht bekannt ist, wozu sie da sind, wie man sich in einem solchen Fall zu verhalten hat, dem sei es hier nochmal kurz und knapp erklärt:
Wenn die gelbe Flagge gezeigt wird, dann ist eine Gefahr auf / neben der Strecke, zum Beispiel ein Stotterpfeil ;-)
Das heißt dann für die anderen Fahrer, an der Stelle das Tempo deutlich zu verringern (und nicht zu winken, MIKA!), bis die grüne Flagge geschwenkt wird.
Bisher gab es keine klare Bestimmung, wieviel langsamer man zu fahren hatte. Einige Fahrer waren der Meinung (und scheinbar die Marshalls auch) es würde in bestimmten Situationen ausreichen, zu signalisieren, man hätte die Gefahr erkannt.
Anderen Fahrern wurden (im Qualifying) die schnellste Rundenzeit aberkannt, weil sie eben während einer Gelbphase erfahren wurde - auch wenn der Vorsprung vor der gelben Flagge über eine Sekunde war, und am Ende davon nur einige Hundertstel übrigblieben...
In einem RTL Interview sagte Max Mosley dazu, es werde in der kommenden Saison einen weiteren Speedlimiter geben, der während der Gelbphasen eingeschaltet werden muss. An den entsprechenden Stellen soll dann auch "geblitzt" werden, ähnlich wie in der Boxengasse.
Boxenfunk: Bisher war es nur erlaubt, Daten, wie etwa Telemetrie, vom Fahrzeug zur Box zu senden. Ab der kommenden Sasion wird es auch in der Gegenrichtung gestattet sein.
Testtage: Werden von der Motorsportbehörde F.i.A. NICHT mehr limitiert.
Start: Einige Teams verfügen über Systeme, welche das Startsignal direkt an den Fahrer weitergeben, wenn die Startampel schlecht einzusehen ist, wie etwa in Monaco. Das wird ab der Saison 2002 der Vergangenheit angehören.
Lenkung: Ab dem kommenden Jahr darf die Servolenkung nicht mehr elektronisch gesteuert werden, nur noch mechanische Hilfen sind gestattet.
Thema Sicherheit:
Die Heckpartie: muss noch stabiler sein, als bisher, genaues ist derzeit noch nicht bekannt.
Weiterhin müssen die Halteseile, die ein umherfliegen der Räder während eines Unfalls (bisher mit mäßigem Erfolg) vermeiden sollen, um weitere 20% verstärkt werden.
Die Rückspiegel werden ebenfalls um 20% vergrößert, was dem einen oder anderen Fahrer sicherlich helfen sollte ;-)
Außerdem werden die Heckleuchten im nächsten Jahr doppelt so groß sein - vielleicht jetzt doch schon der 1. Schritt in Richtung Nachtrennen....?
Weiterhin sind mit Sicherheit weitere Änderungen in Punkto Sicherheit, Aerodynamik und Reifen zu erwarten, sollte mein Freund Bernie Ecclestone mich anrufen und mir das neueste Berichten, so werdet Ihr das als erste Erfahren ;-)

Geändert 2001:
Sportliches Reglement
Testfahrten
Am Montag nach einem Rennen, darf auf keiner Strecke getestet werden, auf welcher auch ein GP ausgetragen wird.
Zwischen den GP`s von Ungarn und Belgien wird es ausserdem eine dreiwöchige Pause geben, während dieser Zeit sind sämtliche Tests ebenfalls untersagt.
Weiter sind sämtliche Testfahrten in Silverstone (England), Magny-Cours (Frankreich), Monza (Italien) und Barcelona (Spanien) 28 Tage vor dem jeweiligen GP verboten. Testfahrten auf den anderen GP-Kursen sind bereits jetzt untersagt.
Training
Das 15-minütige Extra-Training vor einem Rennen, welches bei unterschiedlichen Klimaverhältnissen als bei allen übrigen freien Trainings stattgefunden hat, wurde nun gestrichen.
Reifen
Es dürfen beim Freitag-Training maximal 10 Reifensätze (bisher 8) eingesetzt werden.
Drei dieser Sätze, wovon einer eine andere Mischung sein muss, dürfen nach dem Freitag nicht mehr weiterverwendet werden. Ausserdem müssen nun Regenreifen per Definition 5% weniger Kontaktfläche aufweisen als bisher.
Technisches Reglement
Aerodynamik
Der Frontflügel muss nun um 50 Millimeter höher über dem Asphalt montiert sein als bisher.
Der Heckflügel darf noch maximal 3 aerodynamische Elemente aufweisen (bisher unbegrenzt).
Reifen
Damit die Reifen bei einem Unfall nicht vom Auto losgerissen werden, müssen diese nun mit zwei Seilen am Chassis befestigt sein (bisher eines).
Um bei starkem Regen das Aquaplaningrisiko zu verringern, wird der Durchmesser der Regenreifen um 10 Millimeter erhöht
Chasis
Auch das Cockpit erfährt für 2001 einige Änderungen, so wird die Öffnung grösser sein und der Fahrer wird weiter von der Vorderachse nach hinten versetzt, diese Regel soll vor allem grossen Fahrern zugute kommen.
Auch der Sitz muss bis zur Kopfstütze nach oben gezogen werden, dies soll ebenfalls den grossen Fahrern helfen.
Auch die zahlreichen Beinverletzungen die es während der letzten zwei Saisons gegeben hat, sollen verhindert werden. Der Fussraum wird grösser und muss mit einer 25 Millimeter dicken Schicht aus Schaumstoff ausgekleidet sein.
Auch der minimale Querschnitt des Chassis wird erhöht, um es steifer und damit sicherer zu machen.
Ausserdem soll der entfernbare Sitz nun standardmässig im Auto befestigt sein, so dass die Streckenposten den Fahrer bei jedem Auto im gleichen Verfahren bergen können.
Crashtests
Nachdem bereits in dieser Saison einige Teams die Überrollbügel freiwillig verstärkt haben, wird 2001 im Reglement festgeschrieben, dass die Bügel mit einer um 400% höheren Belastung getestet werden.
Die Belastung beim Crashtest auf die Heck-Knautschzone des Autos wurde von 12 KN (10 KN ~ 1 Tonne) auf 50 KN seitlich, von 45 KN auf 60 KN längs und von 60 KN auf 90 KN vertikal erhöht; Das Monocoque wird nun einem Test unterzogen, bei dem Gegenstände in die Kohlefaser gedrückt werden, die bei bestimmten Werten nicht eindringen dürfen.
Den seitlichen Crashtest muss das Monocoque bis zu einer Belastung von 200 KN (bisher 150 KN) überstehen und die Energieabsorbierung muss mindestens 8.000 Joule betragen (bisher 6.000 Joule).
Zusätzlich zum Crashtest der Struktur des Hecks wird durch einen weiteren Test überprüft, wie gut die Crashstruktur mit dem Chassis verbunden ist.
Startprozedere
Artikel 136
30 Minuten vor dem Start verlassen die Fahrzeuge die Boxen für eine Erkundungsrunde. Am Ende dieser Runde fahren sie auf ihre Startpositionen und stellen die Motoren ab. Wünscht ein Fahrer mehr als eine Erkundungsrunde zu fahren, muss dies durch die Boxengasse mit stark reduzierter Geschwindigkeit geschehen.
Artikel 137
17 Minuten vor der Startzeit erklingt ein Warnsignal, welches ankündigt, dass die Boxengasse innerhalb von 2 Minuten geschlossen wird. 15 Minuten vor der Startzeit wird die Boxengasse geschlossen, und ein zweites Warnsignal erklingt. Jedes Fahrzeug, dass zu diesem Zeitpunkt noch in der Box ist, kann von der Boxengasse aus starten, aber nur unter der Aufsicht der Streckenposten. Es kann an den Boxenausgang geschoben werden, aber nur mit dem Fahrer im Fahrzeug. Auf Strecken, bei denen sich die Boxenausfahrt unmittelbar nach der Linie befindet, dürfen die Fahrer das Rennen aufnehmen, nachdem das Feld eine ganze Runde gefahren und die Linie überquert hat. Auf Strecken, bei denen sich die Boxenausfahrt unmittelbar vor der Linie befindet, dürfen die Fahrer das Rennen aufnehmen nachdem das Feld die Linie überquert hat.
Artikel 138
Nachtanken auf der Startaufstellung ist vor dem 5-Minuten-Signal erlaubt, aber nur mit einem nicht unter Druck stehenden Behälter, der maximal 12 Liter fasst. Dieser Behälter darf während des Startablaufs nicht nachgefüllt werden und muss mit einer oder mehreren Trockenkupplungen mit dem Fahrzeug verbunden sein. Beim 5-Minuten-Signal müssen alle Räder montiert sein. Nach diesem Signal dürfen die Räder nur in der Box gewechselt werden. Fahrzeuge, bei denen zu diesem Zeitpunkt nicht alle Räder montiert sind, müssen zuhinterst von der Startaufstellung oder von der Boxengasse aus starten. Überholen in der Einführungsrunde ist nur erlaubt, wenn ein Fahrer durch ein stehendes Fahrzeug behindert wurde und dadurch verspätet abfahren kann. In diesem Fall darf überholt werden, aber nur um die ursprüngliche Position wieder herzustellen. Jeder Fahrer, der die Startposition verspätet verlässt, darf andere fahrende Fahrzeuge nicht überholen, wenn sein Fahrzeug zu dem Zeitpunkt noch stillstand, als das letzte Fahrzeug die Linie überquert hatte, und muss das Rennen vom letzten Platz der Startaufstellung aus starten. Wenn mehrere Fahrer betroffen sind, müssen sie sich hinter dem Startraster, in der Reihenfolge, in der sie zur Formationsrunde gestartet sind, aufstellen. Auf Strecken, auf denen die Linie nicht vor der Pole Position liegt, wird eine imaginäre Linie einen Meter vor der Pole Position angenommen. Eine Zeitstrafe wird denjenigen auferlegt, die nach Meinung der Stewards während der Formationsrunde unnötig überholt haben.
Artikel 140
Wenn ein Fahrer nicht in der Lage ist, die Formationsrunde aufzunehmen, muss er einen Arm heben. Nachdem alle Fahrzeuge die Linie überfahren haben, dürfen die Mechaniker das Fahrzeug unter Aufsicht der Streckenposten starten oder anschieben. Wenn der Motor nach wiederholtem Versuch nicht gestartet werden kann, muss das Fahrzeug auf dem kürzesten Weg in die Boxengasse geschoben werden, wo die Mechaniker versuchen können, es zu starten.
Artikel 141
Wenn die Fahrzeuge am Ende der Formationsrunde zurückkommen, müssen sie auf ihrer Startposition anhalten und die Motoren sind am laufen zu halten. Wenn alle Fahrzeuge stehen erscheint das 5 Sekunden-Zeichen, gefolgt vom 4,3,2,1 Sekunden-Zeichen. Zu einer beliebigen Zeit, nachdem das 1 Sekunden-Zeichen erscheint, wird das Rennen durch das Auslöschen aller roten Lichter gestartet werden.
Artikel 143
Jedes Fahrzeug, das während der gesamten Formationsrunde die Reihenfolge nicht einhalten kann, oder das in Bewegung ist wenn das 1 Sekunden-Signal aufleuchtet, muss in die Boxengasse fahren. Es kann anschliessend aus der Boxengasse starten.
Artikel 144
Wenn nach der Rückkehr zum Startraster, am Ende der Formationsrunde, der Motor eines Fahrzeuges abstirbt und der Fahrer nicht mehr starten kann, muss er sofort die Hände über den Kopf halten, und der Streckenposten, der für diese Startreihe zuständig ist, schwenkt eine gelbe Flagge. Wenn sich der Start verzögert, stellt sich ein Streckenposten mit einer gelben Flagge vor das betreffende Fahrzeug, um es an der Fortbewegung zu hindern, bis das ganze Feld erneut den Startraster verlassen hat. Der Fahrer kann dann wie in Artikel 140 und 143 beschrieben verfahren. Alle anderen Fahrer behalten ihre Startposition bei und die leere(n) Position(en) werden nicht gefüllt. Wenn sich mehrere Fahrer in dieser Lage befinden, müssen sie sich in der Reihenfolge der Startaufstellung hinter dem Startraster aufstellen.
Artikel 145
Wenn sich ein Problem ergibt, wenn die Fahrzeuge nach Abschluss der Formationsrunde den Startraster erreichen, ist wie folgt zu verfahren:
a) Wenn das Rennen noch nicht gestartet ist, werden die Abbruch-Lichter aufleuchten und alle Motoren müssen abgestellt werden. Die neue Formationsrunde wird 5 Minuten später gestartet. Die Renndistanz wird um 1 Runde verkürzt. Das nächste Signal ist das 3-Minuten-Signal.
b) Wenn das Rennen gestartet wurde, schwenken die Streckenposten entlang des Startrasters ihre gelben Flaggen, um die anderen Fahrer zu informieren.
c) Wenn nach dem Start ein Fahrzeug auf dem Startraster steht, welches nicht wegfahren kann, müssen die Streckenposten das Fahrzeug auf dem kürzesten Weg in die Boxengasse schieben. Wenn der Fahrer das Fahrzeug starten kann, darf er das Rennen aufnehmen.
d) Falls das Fahrzeug nach mehreren Versuchen nicht gestartet werden kann, schieben es die Streckenposten in die Boxengasse, wo die Mechaniker versuchen können, das Fahrzeug zu starten. Wenn es gelingt, darf das Rennen aufgenommen werden. Der Fahrer und die Mechaniker müssen den Angaben der Streckenposten unbedingt folge leisten. Das Rennen zählt zur Meisterschaft, auch wenn Artikel 145 mehrere Male angewendet werden muss und das Rennen um mehrere Runden verkürzt wird. Es darf nicht nachgetankt werden, auch wenn sich mehrere Starts nach Artikel 145 als notwendig erweisen.
Artikel 149
Nur in folgenden Fällen wird eine Änderung des Startverfahrens gestattet.
a) Wenn die Rennstrecke während allen Trainingsläufen trocken war, jedoch nach dem Ende des Warm-up und mindestens 60 Minuten vor dem Start nass wird (oder umgekehrt), kann ein Training von 15 Minuten gestattet werden.
b) Wenn es nach dem 5-Minuten-Signal und vor dem Rennstart zu regnen beginnt, und wenn nach der Meinung des Renndirektors den Teams Zeit für Reifenwechsel gegeben werden muss, werden an der Startlinie die Abbruch-Lichter aufleuchten, und das Startverfahren beginnt wieder beim 15-Minuten-Signal. Falls notwendig wird die in Artikel 145 beschriebene Verfahrensweise zur Anwendung gebracht.
c)Wenn der Start des Rennens unmittelbar bevorsteht und nach Meinung des Clerk of the Course eine so grosse Menge Wasser auf der Fahrbahn liegt, dass sie auch mit Regenreifen nicht sicher befahren werden kann, kann der Clerk of the Course den Start des Rennens verzögern, indem er veranlasst, dass die Abbruch-Lichter zusammen mit einer 10-Minuten-Tafel mit rotem Hintergrund gezeigt wird. Die 10-Minuten-Tafel bedeutet, dass in 10 Minuten das Startverfahren wieder aufgenommen wird. Wenn sich die Witterungsbedingungen nach Ablauf dieser 10 Minuten gebessert haben, wird eine 10-Minuten-Tafel mit grünem Hintergrund gezeigt. Die 10-Minuten-Tafel mit grünem Hintergrund bedeutet, dass in 10 Minuten das grüne Licht erscheint. Fünf Minuten nachdem die 10-Minuten-Tafel mit grünem Hintergrund gezeigt wird, beginnt das Startverfahren, und der normale Ablauf wird fortgeführt (d.h. 5-,3-,1-Minuten und 30-Sekunden-Signale werden gezeigt). Wenn sich die Wetterbedingungen auch nicht nach der 10-Minuten-Tafel mit rotem Hintergrund verbessert haben, wird erneut die 10-Minuten-Tafel mit rotem Hintergrund gezeigt und die Abbruch-Lichter leuchten auf, so dass sich eine weitere Verzögerung von 10 Minuten ergibt, bis das Startverfahren beginnen kann. Dies Verfahrensweise kann mehrmals wiederholt werden. Jedesmal beim Zeigen einer 10-Minuten-Tafel erklingt eine akustische Warnung.
d) Wenn das Rennen hinter dem Sicherheitsfahrzeug gestartet wird, wird nach Artikel 154n) verfahren.
Artikel 150
Ein Verstoss gegen die Bedingungen des vorliegenden Sportreglements kann zum Ausschluss des betreffenden Fahrzeugs und Fahrers führen.
Sportliches Reglement Rennen:
Die Distanz eines GP`s entspricht der Anzahl Runden, die nötig sind, um die Mindestdistanz von 305km zu erreichen. Die maximale Anzahl Rennen in einer Saison beträgt 17, die minimale 8. Ein Grand Prix kann abgesagt werden, wenn weniger als 12 Autos zur Verfügung stehen würden, oder drei Monate vor dem Event ein unvorhersehbares Ereignis die Austragung verunmöglicht. Im Falle eines Zwischenfalls vor, während und nach einem Rennen, können die Stewards der Situation entsprechende Massnahmen und Strafen aussprechen.
Sobald gegen einen oder mehrere Fahrer ermittelt wird, muss dies sofort auf den Zeitnehmerbildschirmen bekanntgegeben werden.
Der Fahrer muss eine zugesprochene Strafe innerhalb der folgenden drei Runden in der Box absitzen. Während der Fahrer an den Boxen eine Zeitstrafe absitzt, darf am Auto nicht gearbeitet werden, lediglich der Motor darf im Falle eines Absterbens wieder in Gang gesetzt werden. Sollte ein Fahrer während der letzten fünf Rennrunden in einen Zwischenfall involviert sein, so können die Stewards der Endzeit des Fahrers 25 Sekunden hinzufügen.
Proteste gegen Entscheidungen der Stewards können mit der Hinterlegung von 2500 Schweizer Franken eingereicht werden.
Fahrerwechsel:
können bis 16:00 Uhr am Tag der technischen Abnahme (normalerweise Donnerstag) eingereicht werden, danach bedarf es der Zustimmung aller Stewards.
Lackierung der Autos:
Beide Autos eines Teilnehmers müssen während der ganzen Saison mit derselben Lackierung antreten, Änderungen müssem von der Formula One Commission abgesegnet werden.
Jedes Auto muss mit der Startnummer des jeweiligen Fahrers versehen sein, auf einem 25cm Fernseher muss die Nummer von der Seite und von vorne klar sichtbar sein. Das Logo des Herstellers muss auf der Front der Nase des Autos ersichtlich sein. Ebenfalls muss der Name des Fahrers entweder auf der Karrosserie, der Cockpitaussenseite oder dem Helm klar lesbar aufgedruckt sein.
Reifen:
Bei der Präsenz nur eines Reifenherstellers, muss dieser 100% des Starterfeldes ausrüsten, bei zwei Herstellern muss jeder in der Lage sein 60% des Feldes auszurüsten und bei drei Herstellern jeder 40% der Teams. Jeder Hersteller muss die Teams mit zwei Spezifikationen Trockenreifen und drei Versionen Regenreifen ausrüsten. Jeder Fahrer darf pro Wochenende nur 32 Trockenreifen und 28 Regenreifen verwenden Alle Teams müssen vor dem Qualifikationstraining bekanntgeben, mit welcher Reifenmischung man am verbleibenden Wochenende fahren wird Alle Trockenreifen müssen mit vier Rillen entsprechend der folgenden Illustration versehen sein. Alle Reifen werden von den FIA Delegierten vor und während des Wochenendes ausgewählt und den Teams zugeteilt. Die Reifen werden von der FIA zur Indentifizierung einmalig gekennzeichnet.
Waage:
Während des Qualifyings werden die einzelnen Autos per Zufallsprinzip zur Waage gebeten, der betreffende Fahrer erhält bei der Einfahrt in die Boxenstrasse per Rotlicht angezeigt, unverzüglich auf die Waage zu fahren.
Wenn das entsprechende Auto nicht den Bestimmungen entspricht,dann wird es von den Stewards vom Anlass ausgeschlossen.
Ersatzauto (T-Car):
Jeder Fahrer darf pro Tag in den freien Trainings nicht mehr als zwei Autos verwenden Im Qualifying darf jeder Fahrer maximal drei Autos verwenden Jedes Ersatzauto muss jeweils die Startnummer des jeweiligen Fahrers tragen Im Falle eines Rennabbruchs ist es gestattet das Auto zu wechseln, wenn der Führende nicht mehr als zwei Runden absolviert hat, sobald die Einführungsrunde wieder begonnen hat, ist ein Fahrzeugwechsel nicht mehr zulässig.
Sicherheit:
Geschwindigkeitsbegrenzung in der Boxengasse beträgt 60km/h im freien Training und 80km/h im Rennen (in Monaco 60km/h im Rennen) Jeder Fahrer der das Speedlimit überschreitet, wird mit einer Busse von 250 US-Dollar pro zu schnell gefahrenen Kilometer belegt.
Startprozedere:
Safety Car:
Das Safety Car stellt sich 30 Minuten vor dem Start vor dem Feld auf und bleibt bis zum fünf-Minutensignal in dieser Position stehen Im Falle eines Safety Car Einsatzes wird bei allen Streckenposten ein Schild mit der Aufschrift "SC" gezeigt, ausserdem werden die gelben Flaggen permanent geschwenkt Die Fahrer müssen sich hinter dem Safety Car aufreihen und er herrscht absolutes Überholverbot - ausser ein Fahrer bekommt vom Safety Car die Aufforderung zu überholen Sobald das Safety Car den Befehl zur Rückkehr in die Boxengasse erhalten hat, stellt es die Blinklichter ab, bei der nächsten Überquerung der Ziellinie ist das Rennen wieder freigegeben - wobei vor der Start/Ziellinie noch nicht überholt werden darf Jede Runde hinter dem Safety Car wird als gefahrene Rennrunde gewertet.
Bei aussergewöhnlichen Bedingungen kann ein Rennen auch hinter dem Safety Car gestartet werden, in diesem Fall werden die Fahrer beim 1-Minuten-Signal mit dem Aufleuchten der gelben Lampen darauf hingewiesen, dass das Rennen hinter dem Safety Car gestartet wird. In diesem Fall gibt es keine Einführungsrunde und das Rennen beginnt, sobald der Führende die Ziellinie überquert.
Weltmeisterschaft:
Die Punkte werden nach folgendem Schema verteilt: 1. Platz: 10 Punkte 2. Platz: 6 Punkte 3. Platz: 4 Punkte 4. Platz: 3 Punkte 5. Platz: 2 Punkte 6. Platz: 1 Punkt Wenn ein Rennen vorzeitig gestoppt wird gestaltet sich die Punkteverteilung wie folgt: Bei Rennabbruch vor der Beendigung zwei voller Runden: Keine WM-Punkte werden vergeben Bei Rennabbruch nach Absolvierung zwei Runden oder mehr, jedoch weniger als 75% der Renndistanz: Halbe Anzahl WM-Punkte werden vergeben Bei Rennabbruch nach Absolvierung von 75% oder mehr der Renndistanz: Volle Anzahl WM-Punkte werden vergeben.
Neues Team:
Es dürfen maximal 24 Autos oder 12 Teams an der Meisterschaft teilnehmen, sollte ein Platz frei werden, muss ein neues Team der FIA ein Depot von 48 Millionen US-Dollar hinterlegen. Wenn die Teilnahme nicht erfüllt werden kann, hält die FIA diese Summe zurück, um für die Umtriebe aufzukommen. Ansonsten erhält das Team in jedem darauf folgenden Jahr 12 Millionen Dollar zurückerstattet.
Technisches Reglement Abmessungen:
Die Breite (inklusive montierter Räder) darf 180cm nicht überschreiten.
Um Beschädigungen an den Reifen anderer Teilnehmer zu vermeiden, muss jegliche Ecke im vorderen Bereich des Autos mindestens 10mm dick sein. Karrosserieteile dürfen von der Hinterachse nach hinten maximal 100cm lang sein. Kein Teil der Karrosserie darf höher als 95cm sein. Die Holzplatte (Skid Block) am Unterboden muss 10mm dick und 30cm breit sein, die Toleranz in der Abnützung beträgt +/- 1mm.
Gewicht:
Das Gewicht des Autos muss mindestens 600kg betragen (inklusive Fahrer, alle Flüssigkeitstanks sind voll).
Motor:
Es sind lediglich 4-Takt-Kolbenmotoren zugelassen Der Hubraum ist auf 3000ccm begrenzt Turbolader sind verboten Alle Motoren müssen 10-Zylinder aufweisen Motoren dürfen nicht mehr als 5 Ventile pro Zylinder haben.
Kraftstoffsystem:
Der Benzintank muss aus einer einzigen Gummizelle gefertigt sein, welche den Bestimmungen der FIA entspricht.
Elektronik:
Vor dem Start einer Saison, muss die gesamte Bordelektronik von der FIA abgenommen und gutgeheissen werden. Sämtliche Set-Up und Einstellungsdaten müssen jederzeit von der FIA heruntergeladen werden können. Jedes Auto muss mit einem von der FIA festgelegten Unfall-Datenaufzeichnungsgerät ausgestattet sein. Die Datenschnittstelle muss jederzeit zugänglich sein, ohne Teile der Karrosserie demontieren zu müssen. Alle Autos müssen mit Cockpitlämpchen versehen sein, mit welchen die Fahrer über Streckensignale und Ereignisse informiert werden können.
Kraftübertragung:
Allradantrieb ist verboten Automatikgetriebe sind verboten Es ist verboten, jegliche Systeme oder Einrichtungen zu verwenden, welche das Durchdrehen der Räder verhindern oder zu forsches Gasgeben des Fahrers kompensieren Das Getriebe muss minimal 4 und maximal 7 Vorwärtsgänge aufweisen Jedes Auto muss einen Rückwärtsgang aufweisen, welcher jederzeit vom Fahrer in Gang gesetzt werden kann Jedes Auto muss ein System aufweisen, welches die Kupplung deaktiviert und das Getriebe im neutralen Gang belässt. Dieses System muss jederzeit funktionstüchtig bleiben, auch wenn die Hydraulik, Pneumatik oder die Elektronik ausgefallen ist. Damit der Fahrer oder die Streckenposten das System in weniger als fünf Sekunden auslösen können, muss der Knopf mit einem roten "N" in einem weissen Kreis mit einem Durchmesser von mindestens 50mm gekennzeichnet sein.
Bremsen:
Jedes Auto muss mit einem Bremssystem ausgestattet sein, welches in zwei Bremskreise aufgeteilt ist, einer für die zwei Vorder- und einer für die beiden Hinterräder. Das System muss im Falle eines Versagens bei einem Bremskreis gewährleisten, dass beim Betätigen des Pedals mit dem anderen Kreis noch gebremst werden kann Pro Rad ist ist nicht mehr als eine Bremsscheibe erlaubt Pro Rad sind lediglich zwei Bremsbeläge zugelassen Alle Bremsscheiben müssen eine maximale Dicke von 28mm und einen maximalen äusseren Umfang von 278mm aufweisen Jegliche Systeme um das Blockieren der Bremsen zu verhindern sind verboten.
Sicherheitssysteme:
Alle Autos müssen mit einem Feuerlöschsystem ausgerüstet sein, welches sich im Cockpit und im Motorbereich aktiviert Das System muss vom Fahrer bei normaler Sitzposition manuell ausgelöst werden können Das System muss von aussen ebenfalls ausgelöst werden können, ein rotes "E" in einem weissen Kreis von mindestens 10cm Durchmesser muss auf den Auslöser hinweisen Das Auto muss zwei Rückspiegel mit einer reflektierenden Fläche von min. 12cm Breite und 5cm Höhe aufweisen Jedes Auto muss mit einem Rücklicht ausgestatt sein, welches den Anforderungen der FIA entspricht. Das Rücklicht muss jederzeit vom Fahrer aktiviert werden können und von hinten klar erkennbar sein.
TV-Kameras:
Jedes Auto muss während eines Rennwochenendes mit zwei Kameras, zwei Platzhaltern oder je eines von beiden ausgestattet sein Alle Autos müssen soweit vorbereitet sein, an den fünf von der FIA vorgeschriebenen Punkten Kameras aufnehmen zu können. Alle Autos müssen ein Kamera-Platzhalter an Position 4 (auf der Airbox, direkt über dem Fahrerhelm) montiert haben.
1. Was ist die Formel 1?
Die Formel 1 ist ein technisches Regelwerk für einsitzige Sportwagen welches jährlich von der FIA neu veröffentlicht wird. Die Regeln spezifizieren maximale und minimale Abmessungen, Hubraum, was technisch erlaubt ist und was nicht und, was vielleicht am wichtigsten ist, eine große Anzahl von Sicherheitsmaßnahmen, die in den Wagen eingebaut sein müssen um den Fahrern maximalen Schutz zu bieten.
Ein Auto, das nach diesen Regeln gebaut ist, ist ein Formel 1 Auto. Formel 3 und Formel 3000 sind ebenfalls FIA Formeln, haben jedoch eine geringere Leistung als die Formel 1.
2. Wie werden diese Regeln gemacht?
Die FIA hat einen Technischen Ausschuss für die Formel 1 in dem der technische Direktor eines jeden Teams einen Sitz hat. Dieser Ausschuss gibt Empfehlungen an die Formel 1 Kommission der FIA in der die Teams, die Rennveranstalter, Motorenhersteller, Sponsoren, Reifenhersteller und natürlich die FIA repräsentiert sind. Entscheidungen der Formel 1 Kommission gehen dann an den World Motor Sport Council und schließlich zur Ratifizierung an die Generalversammlung der FIA.
3. Was ist die Formel 1 zurzeit?
Zusätzlich zu einer großen Anzahl von Regeln zum Design des Chassis begrenzt die aktuelle Formel den Hubraum der Motoren auf maximal 3,0 Liter, verbietet eine Aufladung der Motoren und fordert ein minimales Gesamtgewicht der Fahrzeuge von 600 kg, inklusive des Gewichtes des Fahrers und seiner Rennausrüstung.
4. Auf welchen Kriterien sind die technischen Regeln der
Formel 1 aufgebaut?
Die Kriterien haben zwei Hauptschwerpunkte:
Begrenzung der Geschwindigkeit im Interesse der Sicherheit ohne gleichzeitig die technische Entwicklung der Formel 1 zu hemmen; Sicherheit im Falle eines Unfalles Dies ist der Grund sowohl für die Beschränkung des Hubraumes, Treibstoffmenge, Reifengrößen, Mindestgewicht- und breite des Autos als auch für die Größe und Positionierung von aerodynamischen Hilfsmitteln und elektronischen Fahrhilfen. Desweiteren gibt es Regeln bezüglich der Stabilität des Chassis, Überrollbügel, auslaufsichere Treibstofftanks, Feuerlöscher, Sicherheitsgurte und Kopf- und Nackenschutz. Die Positionen der Treibstoff- und Öltanks sind festgelegt und müssen eine spezielle Schutzeinrichtung haben. Die Abmessungen des Cockpits sind ebenfalls geregelt. Alle Motoren müssen gegenläufige Viertaktmotoren mit zehn Zylindern, von denen keiner oval sein darf sein.
Jedes Auto muss vier Räder haben und nur jeweils zwei davon dürfen steuerbar oder angetrieben sein.
5. Wer organisiert die Formel 1 Weltmeisterschaft?
Der für Sport zuständige Zweig der Fédération Internationale de l’Automobile, FIA Sport. Die FIA regelt Motorsport weltweit und ist für die Austragung der Formel 1 und der Rallye-Weltmeisterschaft, der Formel 3000 und GT-Meisterschaft sowie anderer internationaler Motorsportveranstaltungen verantwortlich. Die Formel-1-Weltmeisterschaft wurde 1950 eingeführt und ist die älteste FIA-Meisterschaft. Sie ist auch die Meisterschaft mit der stärksten Medienentwicklung. Man schätzt, daß die 16 Grand Prix der Saison 1998 mehr als 55 Milliarden Zuschauer vor die Fernsehschirme lockten. Gleichzeitig waren auch die Printmedien bemerkenswert stark vertreten; durchschnittlich 650 Journalisten und Fotografen aus 63 Ländern reisten aus der ganzen Welt an, um über jedes Rennen zu berichten.
6. Wie weit reicht die Geschichte der Formel 1 zurück?
In der heroischen Frühzeit des Automobils zwischen 1894, als das erste Autorennen von Paris nach Rouen stattfand, und 1900 gab es so etwas wie eine „Formel" nicht. Man fuhr einfach nur mit den zeitgenössischen Fahrzeugen um die Wette. Man unterschied die Wagen anhand ihrer Antriebsart (Benzin oder Dampf) und anhand der Anzahl der Sitze. Autos hatten damals prinzipiell mindestens zwei Sitze, erst gegen Ende der 20er Jahre wurden einsitzige Wagen verwendet. Die Erfindung des Rückspiegels trug erheblich zu dieser Entwicklung bei, da es bis dahin zu den Aufgaben des Mechanikers (und Beifahrers) gehörte, den Fahrer zu warnen, wenn jemand zum Überholen ansetzte. Unmittelbar nach ihrer Gründung 1904 sah sich die FIA, die oberste internationale Sportbehörde, gezwungen, gewisse Einschränkungen festzuschreiben: Die Sicherheit der Fahrer und Zuschauer sollte gewährleistet werden, und man wollte den Motorsport in eine Richtung lenken, von der die Entwicklung von Straßenautos profitieren würde; ein Modell, das sich in der langen Geschichte des Motorsports regelmäßig wiederholt. Zwischen 1907 und 1939 erprobte man beinahe jede mögliche Formel. Mindestgewicht, Höchstgewicht, Verbrauch und Hubraum wurden der Reihe nach eingeschränkt, aber die auch nach 1939 am häufigsten angewendete Formel war, den Hubraum der Motoren zu begrenzen. Diese Regel wurde 1914 zum ersten Mal aufgestellt. Nachdem die FIA 1904 die erste „Formel" (eine Beschränkung des Höchstgewichts) festgelegt hatte, wurden Klassen für kleinere Autos geschaffen. Die Bezeichnung „Formel 1" tauchte erst nach dem Zweiten Weltkrieg auf. Die Formel 1 Weltmeisterschaft wurde 1950 geschaffen, und das erste zur FIA Formel 1 Weltmeisterschaft zählende Rennen war der Grand Prix von England, der am 13. Mai 1950 in Silverstone stattfand.
7. Warum wurde die Fédération InternationaleVor 1904 organisierte jedes Land und jeder Automobilclub Rennen, jeweils nach einem eigenen Regelkatalog. Da es keine allgemeingültigen Vorschriften gab, war es quasi unmöglich, internationale Rennen auszurichten. Die einflußreichsten Automobilclubs dieser Zeit beschlossen daher, diese Situation, die einer Entwicklung des Motorsports entgegenstand, zu beenden, indem sie eine internationale Organisation gründeten, die allgemeine, bei Rennen auf der ganzen Welt anwendbare Regeln aufstellen sollte.
Das war die Geburtsstunde der Fédération Internationale de l’Automobile (der FIA), der es somit möglich war, beispielsweise englischen oder deutschen Rennfahrern zu garantieren, daß das gleiche Reglement gelten würde, ob sie nun in Frankreich, Italien, Belgien, oder Monaco fuhren.
8. Formel 1: Wie lautet die aktuelle definition "Formel"?
Zusätzlich zu den zahlreichen Vorschriften, die insbesondere Sicherheit und Aerodynamik betreffen, begrenzt das aktuelle Reglement den Hubraum auf drei Liter, verbietet Turbolader und verlangt ein Mindestgewicht von 600 Kilo, einschließlich des Gewichts des Fahrers und seiner Rennausrüstung.
9. Was ist ein Grand Prix (Großer Preis)?
Das erste Rennen, dem der Titel „Grand Prix" gegeben wurde, war der „Grand Prix de l’Automobile Club de France", der 1906 in Le Mans stattfand.
Er war auf sogenannte „große Wagen" beschränkt, die man als „Formel1Renner" der damaligen Zeit bezeichnen konnte. Von da an wurde der Begriff Grand Prix mit Rundstreckenrennen in jeglicher Form in Verbindung gebracht. Größere Veranstaltungen, die den heutigen Grands Prix entsprechen, nannte man „Grandes Epreuves" (Große Wettkämpfe). Die FIA war jedoch gegen den allgemeinen Gebrauch des Grand Prix Titels, da sie diesen Titel Rennveranstaltungen, die zur Formel 1 Weltmeisterschaft zählten, vorbehalten wollte.
In der Folge wurde es verboten, die Bezeichung „Grand Prix" für Veranstaltungen zu verwenden, die nicht zur Meisterschaft gehörten. Ausnahmen wurden bei einigen wenigen Rennen aus historischen Gründen gemacht, wie beim Grand Prix von PAU, der heute ein Formel 3 Rennen ist.
10. Wie wird der Weltmeistertitel erlangt?Es gibt zwei Titel: „Fahrer" und „Konstrukteure".
Der Fahrertitel wird seit 1950 vergeben, während der Konstrukteurstitel erst 1958 eingeführt wurde. Bei den Konstrukteuren werden die Punkte addiert, die bei jedem Rennen von jedem Auto ihrer Marke (es dürfen nicht mehr als zwei gemeldet sein) erzielt werden.
Auf die gleiche Art wird bei den Fahrern die Punktzahl aus allen Rennen zusammengezählt (früher konnten die Fahrer einmal das schlechteste Resultat streichen). Im Fall eines Punktegleichstands entscheiden die erzielten Plazierungen über den Titel, das heißt die Anzahl der ersten Plätze, gefolgt von der Anzahl der zweiten Plätze etc.
11. Nach welchem Schlüssel werden die Punkte erlangt?Die Punktzahl, die an die ersten Sechs jedes Rennens vergeben wird, wurde zweimal geändert, zum bisher letzen Mal 1991; der Erste erhält jetzt zehn Punkte (vorher neun, und zwischen 1950 und 1960 nur acht Punkte), an die fünf Folgenden werden 6, 4, 3, 2, 1 Punkte vergeben.
Früher erhielt zeitweilig der Fahrer mit der schnellsten Runde einen Zusatzpunkt.
12. Wieviele Grand Prix werden jedes Jahr ausgetragen?Als die Weltmeisterschaft eingeführt wurde, war die Formel 1 noch nicht so populär wie heute; 1950 zum Beispiel bestand die Meisterschaft nur aus sieben Grand Prix.
Die Zahl stieg stetig und erreichte 1977 ihre Spitze mit 17 Grand Prix.
Danach beschränkte man die Anzahl auf 16, bis 1996 die Möglichkeit, maximal 17 Rennen abzuhalten, wieder eingeführt wurde.
Mindestens acht der Veranstaltungen auf dem WM-Kalender müssen stattfinden, damit der Fahrer- und Konstrukteursweltmeistertitel vergeben werden kann.
Der Große Preis von Argentinien 1997 war der 600. Grand Prix im Rahmen der FiA Formel 1 Weltmeisterschaft.
13. Läuft ein Grand Prix immer nach dem gleichen Zeitplan ab?
Ja, und zwar wie folgt: Freitag*: Freies Training von 11.00 Uhr bis 12.00 Uhr und von 13.00 Uhr bis 14.00 Uhr Samstag: Freies Training von 9.00 Uhr bis 9.45 Uhr und von 10.15 Uhr bis 11.00 Uhr; Qualifying von 13.00 Uhr bis 14.00 Uhr Sonntag: Warmup (30 Minuten) viereinhalb Stunden vor Start des Rennens.
Start des Rennens: normalerweise um 14.00 Uhr (Ortszeit), außer bei besonderen Umständen * Donnerstag beim Grand Prix von Monaco.14. Kann auf jeder Rennstrecke ein Grand Prix ausgetragen werden?
Ursprünglich konnte ein Grand Prix überall stattfinden, aber die stärkere Leistung der Rennwagen hat die FIA gezwungen, Verlauf, Breite und Länge, sowie den Bedingungen zu unterwerfen. (siehe weiter 15.)
15. Wie wird eine Strecke als Grand Prix-tauglich eingestuft?
Jeder Rennkurs muß nach regelmäßigen Inspektionen vom Beginn der Arbeiten an bis zur Einweihung der Strecke von der Strecken- und Sicherheitskommission der FIA homologiert werden. Die Homologationskriterien sind weniger streng für Strecken, auf denen nur Rennen mit langsameren Serien stattfinden. Außer dem erwähnten Eingangsverfahren müssen auf den Strecken gelegentlich Instandhaltungsarbeiten durchgeführt oder die Einrichtung modernisiert werden, damit die Homologation erneuert werden kann. Früher neigten die Rennstrecken dazu, sehr schnell und mit langen Geraden zu sein, mit Ausnahme des Grand Prix von Monaco, der als einziges Rennen in einer Stadt gefahren wird.
Die wachsende Motorleistung der Autos bedeutete, daß die Geraden einer Reihe von Kurven weichen mußten, die das einzige Mittel sind, überhöhten Geschwindigkeiten vorzubeugen. Ebenso mußten sehr lange Strecken, wie der alte Nürburgring (22,835 km) aufgegeben werden, da durch den Unterhalt der vorgeschriebenen Sicherheitseinrichtungen und das erforderliche Personal sowie durch die für Fernsehübertragungen notwendige Technik zu hohe Kosten entstanden.
Monaco ist immer noch die kürzeste Rennstrecke (3,328 km), während Spa die längste ist (6,940 km).
16. Welche Bedingungen muss ein Konstrukteur erfüllen,Ein Konstrukteur, der sich an der Formel 1 beteiligen möchte, muß der FIA seine Nennung vorlegen und nachweisen, daß er das Chassis sowohl entworfen als auch gebaut hat, und daß seine technischen und finanziellen Mittel ausreichen, um sämtliche Meisterschaftsläufe zu bestreiten.
17. Wen bezeichnet man als Konstukteur einesUnter Formel-1-Konstrukteur versteht man den Hersteller des Chassis.
In den meisten Fällen ist er nicht identisch mit dem Motorenhersteller.
Der Name des Chassis-Konstrukteurs wird immer vor dem des Motorenherstellers angegeben. Falls die Weltmeisterschaft gewonnen wird, geht der Titel an den Hersteller des Chassis.
18. Muss ein Konstrukteur die ganze Saison über teilnehmen?
Ja. Jeder Konstrukteur, der es versäumt, zu einer Veranstaltung zu erscheinen, kann mit einer Strafe von mehreren hunderttausend Dollar pro Rennen und Fahrzeug belegt werden,
es sei denn, es liegen außergewöhnliche Umstände vor (aber die FIA ist sehr streng, wenn es darum geht, einen derartigen Fall zu definieren).
Ein Konstrukteur kann nicht während der Saison in die Meisterschaft einsteigen.
19. Auf welchen Richtlinien basieren die technischenSie kommen zwei Hauptanliegen entgegen:
1. Leistungskontrolle im Interesse der Sicherheit, gleichzeitig sollen Geschwindigkeit und technisches Können eines Formel-1-Fahrers sichtbar zu erkennen bleiben.
2. Gewährleistung des höchstmöglichen Niveaus an passiver Sicherheit für den Fall eines Unfalls.
Aus diesem Grund gibt es Einschränkungen beim Hubraum, bei Treibstoff, Reifenabmessungen, Mindestgewicht und Breite eines Wagens, sowie bei Abmessungen und Position aerodynamischer Hilfen und bei elektronischen Fahrhilfen, von denen die meisten verboten sind.
Weitere Anforderungen betreffen nicht nur die Stabilität des Chassis und der Überrollbügel, sondern auch flexible Treibstofftanks (angeregt durch die Militärluftfahrt), Feuerlöscher, Sechspunktgurte, Kopf und Nackenschutz etc. Benzin und Öltank müssen sich an genau festgelegten Stellen befinden und besonders geschützt sein.
Der Cockpitein- und -ausstieg sowie seine Abmessungen sind ebenfalls geregelt. Aus finanziellen Gründen sind nur Kolben und Viertaktmotoren zugelassen; die Motoren sind auf maximal zwölf Zylinder begrenzt, die keinen ovalen Querschnitt aufweisen dürfen.
Für jeden Rennwagen sind vier Räder Vorschrift, von denen nur zwei angetrieben werden (ja, in der Vergangenheit gab es schon Formel-1-Autos mit sechs Rädern!)
20. Kann jeder Fahrer an einem Grand Prix teinehmen?
Um an einem Grand Prix teilnehmen zu können, muß ein Rennfahrer eine sogenannte „Superlizenz" besitzen, die aufgrund seiner früheren Leistungen in Nachwuchsserien und seines gültigen Vertrages mit einem für die Weltmeisterschaft zugelassenen Teams erteilt wird.
21. Dürfen die Teams während der Saison die Fahrer
austauschen?
Ja, jedes Team mit zwei Rennwagen darf den Fahrer des ersten Fahrzeugs einmal in der Saison wechseln. Auf dem zweiten Fahrzeug dürfen sich maximal drei Fahrer ohne Einschränkung während einer Saison ablösen.
Ausgenommen sind außergewöhnliche Umstände, die getrennt betrachtet werden. Ein Fahrerwechsel muß bis 18.00 Uhr des Tages, der dem ersten Training vorausgeht, bekanntgegeben werden (also donnerstags, nur in Monaco mittwochs).
22. Behalten die Fahrer ihre Startnummern die Saison über bei?
Ja, wenn sie beim selben Team bleiben, da die Startnummern zu Beginn der Saison den Konstrukteuren und nicht den Fahrern zugeordnet werden.
Die einzigen Ausnahmen sind der amtierende Weltmeister, der immer die Nummer eins erhält (auch wenn er für eine andere als die Marke fährt, mit der er den Titel gewonnen hat), und sein Teamkollege, der die Nummer zwei bekommt.
23. Ist die Anzahl der Trainingsrunden frei?Im Qualifying sind maximal 12 Runden erlaubt, und jedem Fahrer, der mehr als zwölf Runden fährt, werden sämtliche Trainingszeiten gestrichen. Es liegt im Ermessen der Sportkommissare, ob ein solcher Fahrer ggfs. von der letzten Startreihe aus am Rennen teilnehmen darf.
Bei den Freien Trainings, einschließlich Warmup, ist die Rundenzahl nicht mehr begrenzt.
24. Was versteht man unter "Warm Up"?
Das Warmup ist ein freies Training, das am Morgen des Renntages stattfindet und eine halbe Stunde dauert. Nur Fahrer, die sich qualifiziert haben, dürfen daran teilnehmen.
Dieses Training muß zwingend viereinhalb Stunden vor Start des Rennens beginnen. Wenn alle Trainingsfahrten bei trockenem Wetter stattgefunden haben und es nach dem Warmup zu regnen anfängt (oder umgekehrt), kann der Renndirektor ein zusätzliches Training von 15 Minuten anordnen, um den Teams die Möglichkeit zu geben, die Rennwagen auf die Wetterbedingungen abzustimmen.
Das Warmup ist sehr wichtig, denn es bietet den Teams die Möglichkeit, die Wagen in Rennabstimmung zu testen und unter Bedingungen (Luftdruck, Temperatur, Luftfeuchtigkeit etc.), die den Rennbedingungen zumindest theoretisch sehr ähnlich sind.
25. Dürfen die Fahrer während des Rennwochenendes
das Auto wechseln?
Während des Freien Trainings darf jedes Team, das zwei Autos gemeldet hat, maximal zwei Rennwagen pro Tag einsetzen, für das Qualifying sind maximal drei Autos erlaubt, unter der Voraussetzung, daß alle Wagen technisch abgenommen wurden und von der gleichen Marke (Chassis und Motor) stammen. Beim Rennen ist jedoch kein Wagenwechsel mehr zulässig, nachdem die grüne Ampel den Start der Einführungsrunde angezeigt hat. Wird das Rennen aber vor Ende der zweiten Runde abgebrochen, wird der Startvorgang wiederholt und beginnt wieder beim T15-Punkt.
In diesem Fall ist noch einmal ein Wagenwechsel vor Aufleuchten der grünen Ampel (Start in die Einführungsrunde) erlaubt.
Fortsetzung folgt...